Wo kann Storytelling den entscheidenden Unterschied machen? Heute: Schwierige Gespräche
Vielleicht beginnt ein gutes Feedbackgespräch nicht mit Feedback. Sondern mit der Geschichte, die erklärt, warum dieses Gespräch geführt wird.
Viele Führungskräfte starten direkt mit Beobachtung, Wirkung, Erwartung. Sachlich gemeint. Beim Gegenüber kommt aber oft an: Ich werde bewertet. Psychologisch ist das logisch: Wer sich bedroht fühlt, hört nicht frei zu. Das Gehirn sucht Schutz. Es rechtfertigt sich, zieht sich zurück oder geht in den Angriff.
Für Leader zählt deshalb nicht nur, was gesagt wird. Sondern in welchem Rahmen es landet. Strategien, Folien und Prozesse bewegen Menschen selten von selbst. Sie orientieren sich an Bedeutung, Vertrauen, Klarheit und an der gemeinsamen Geschichte, die ein Gespräch möglich macht.
Eine einfache Technik: die Kontext-Story vor der Kritik.
Bevor du das schwierige Thema ansprichst, erzähle in 45 Sekunden drei Dinge:
1. Was du wahrgenommen hast.
2. Warum es für Team, Kunde oder Zusammenarbeit wichtig ist.
3. Welche bessere Zukunft du mit der Person für möglich hältst.
Zum Beispiel: In den letzten Wochen sind Zusagen mehrfach spät gekommen. Mir geht es nicht darum, Schuld zu verteilen. Mir geht es darum, dass das Team sich aufeinander verlassen kann. Ich glaube, dass du hier eine starke Rolle spielen kannst, wenn wir das jetzt klar besprechen.
Das verändert den Ton. Aus Angriff wird Orientierung. Aus Verteidigung wird eher Bereitschaft. Aus einem heiklen Moment kann psychologische Sicherheit entstehen.
Storytelling ist keine Gabe für Bühnenmenschen. Es ist eine Fähigkeit, die Führungskräfte entwickeln können. Genau daran arbeite ich mit Führungskräften und Organisationen in Workshops, Coachings und Trainings.
Probier heute vor einem schwierigen Gespräch eine 45-Sekunden-Kontext-Story aus.
