Wo kann Storytelling den entscheidenden Unterschied machen? Heute: Schwierige Gespräche
Ein schwieriges Feedback scheitert oft nicht an seiner Härte. Es scheitert daran, dass die andere Person nur ein Urteil hört – und keinen Zusammenhang.
„Du übernimmst zu wenig Verantwortung“ löst schnell Verteidigung aus. Nicht unbedingt, weil es falsch ist. Sondern weil unser Gehirn bei Angriff sofort Energie in Selbstschutz steckt.
Für Führungskräfte ist das entscheidend: In heiklen Gesprächen reicht es nicht, Verhalten zu bewerten. Sie müssen verständlich machen, welche Wirkung eine Situation hatte, warum sie zählt und was künftig anders möglich ist.
Teams orientieren sich nicht dauerhaft an Prozessen, Präsentationen oder gut formulierten Regeln. Sie brauchen Bedeutung, Vertrauen, Klarheit und eine Geschichte, in der Verantwortung nicht wie Schuld wirkt, sondern wie ein gemeinsamer Anspruch.
Eine hilfreiche Technik: die Wirkungsszene.
Statt mit einer Bewertung einzusteigen, beschreibe eine konkrete, beobachtbare Szene:
„Am Dienstag im Kundentermin kam die Frage nach dem Liefertermin. Weil die Information aus deinem Bereich noch fehlte, konnte Lena keine klare Antwort geben. Der Kunde wurde unsicher, und das Team musste danach unter Zeitdruck nacharbeiten. Ich möchte verstehen, was dich daran gehindert hat – und wie wir das beim nächsten Mal früher sichtbar machen.“
Die Szene trennt Person und Problem. Sie macht die Konsequenz greifbar, ohne zu beschämen. Und sie öffnet ein Gespräch, statt eine Verteidigungsrede zu provozieren.
Gute Geschichten beschönigen nichts. Sie geben der Wahrheit einen Rahmen, in dem Menschen zuhören und Verantwortung übernehmen können.
Storytelling ist eine Fähigkeit, die sich lernen und entwickeln lässt. Ich unterstütze Führungskräfte und Organisationen dabei in Workshops, Coachings und Trainings.
Beginne dein nächstes schwieriges Gespräch mit einer konkreten Wirkungsszene statt mit einem Urteil.
