Storytelling in Zeiten der Ungewissheit

Written by

in

Wo kann Storytelling den entscheidenden Unterschied machen? Heute: Führen durch Ungewissheit

Unsicherheit macht Menschen nicht nur nervös. Sie macht sie zu Erfinderinnen und Erfindern von Geschichten – meist zu den beunruhigendsten.

Wenn Informationen fehlen, versucht unser Gehirn, Lücken sofort zu schließen. Aus einem verschobenen Termin wird dann schnell: „Das Projekt ist in Gefahr.“ Aus einer zurückhaltenden Führungskraft: „Sie weiß selbst nicht weiter.“

Für Führungskräfte ist das ein kritischer Moment. Schweigen wird nicht als Neutralität erlebt, sondern als Raum für Spekulationen. Und Spekulationen kosten Vertrauen, Energie und Mut.

Menschen folgen selten Plänen, Präsentationen oder Prozessen. Sie folgen Sinn, Vertrauen, Klarheit und Geschichten, in denen sie ihren Platz erkennen.

Eine hilfreiche Technik: die Landkarten-Story.

Statt Sicherheit vorzutäuschen, beschreibe die Lage in drei klaren Bildern:

„Das wissen wir sicher.“
„Das ist noch offen.“
„Daran werden wir als Nächstes erkennen, in welche Richtung es geht.“

Zum Beispiel: „Wir wissen, dass sich die Anforderungen des Kunden verändern. Noch offen ist, welche Auswirkungen das auf den Zeitplan hat. Bis Freitag sprechen wir mit dem Kunden und entscheiden dann anhand dieser Rückmeldung über die nächsten Schritte.“

Das wirkt, weil Klarheit nicht bedeutet, auf alles eine Antwort zu haben. Klarheit bedeutet, ehrlich zu zeigen, wo man steht und wie man gemeinsam weitergeht. So entsteht psychologische Sicherheit: Niemand muss so tun, als sei alles geklärt. Aber alle wissen, was wahr ist und was als Nächstes passiert.

Storytelling ist kein Talent, das man entweder hat oder nicht hat. Es ist eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt – dabei unterstütze ich Führungskräfte und Organisationen in Workshops, Coachings und Trainings.

Beginne dein nächstes Update mit einem Satz zu dem, was sicher ist, dem, was offen bleibt, und dem nächsten Signal.