Wenn Fehler zu Schweigen führen

Written by

in

Wo kann Storytelling den entscheidenden Unterschied machen? Heute: Psychologische Sicherheit

Die gefährlichsten Fehler im Unternehmen passieren nicht immer, weil jemand etwas falsch macht. Sondern weil jemand zu spät sagt, dass etwas schiefläuft.

Für Führungskräfte ist das ein Warnsignal. Wenn Menschen befürchten, für Fragen, Zweifel oder schlechte Nachrichten an Ansehen zu verlieren, halten sie Informationen zurück. Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern aus Selbstschutz.

Dann wirken Status-Updates vielleicht ruhig. In Wahrheit fehlen oft die entscheidenden Stimmen im Raum.

Menschen folgen selten Strategien, Präsentationen oder Prozessen. Sie folgen Bedeutung, Vertrauen, Klarheit und gemeinsamen Geschichten. Die Geschichte, die eine Führungskraft über Fehler erzählt, entscheidet mit darüber, ob ein Team Risiken früh sichtbar macht oder Probleme lange versteckt.

Eine einfache Technik: die Lernszene.

Erzähle in einem Meeting kurz von einem eigenen Moment, in dem du etwas übersehen, falsch eingeschätzt oder zu spät angesprochen hast:

– Was war die Situation?
– Was hast du daraus gelernt?
– Was machst du heute anders?

Zum Beispiel: „Ich habe bei einem Projekt zu lange angenommen, dass die offenen Punkte sich klären würden. Als wir sie endlich angesprochen haben, war der Zeitdruck unnötig hoch. Seitdem frage ich früher: Was wissen wir noch nicht, das unseren Plan kippen könnte?“

Das ist keine Inszenierung von Schwäche. Es gibt dem Team eine Erlaubnis: Probleme dürfen benannt werden, bevor sie groß werden. So entsteht Vertrauen nicht durch Fehlerfreiheit, sondern durch einen offenen Umgang mit Realität.

Storytelling ist eine Fähigkeit, die man lernen und entwickeln kann. Dabei unterstütze ich Führungskräfte und Organisationen in Workshops, Coachings und Trainings.

Erzähle in deinem nächsten Meeting eine echte Lernszene aus deiner eigenen Führungspraxis.