Wenn Teams falsche Geschichten übereinander erzählen

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Wo kann Storytelling den entscheidenden Unterschied machen? Heute: Zusammenarbeit zwischen Teams

Vielleicht scheitert Zusammenarbeit nicht daran, dass Teams zu wenig miteinander sprechen. Sondern daran, dass sie sich die falschen Geschichten übereinander erzählen.

„Sales verspricht wieder Dinge.“
„Produkt hört nicht zu.“
„Finance bremst alles aus.“

Für Führungskräfte ist das gefährlich, weil aus solchen Sätzen schnell Identität wird: wir gegen die. Dann helfen mehr Meetings oft nur begrenzt. Das Gehirn liebt einfache Erklärungen, besonders unter Druck. Wenn Informationen fehlen, füllt es die Lücken mit Vermutungen. Und Vermutungen werden schnell zu Wahrheit.

Menschen folgen selten Strategien, Präsentationen oder Prozessen. Sie folgen Bedeutung, Vertrauen, Klarheit und gemeinsamen Geschichten.

Eine einfache Technik: die Gegenseiten-Story.

Bevor du im Meeting erklärst, was dein Team braucht, erzähle zuerst in 60 Sekunden die Situation der anderen Seite so fair wie möglich:

„Wenn ich euch richtig verstehe, steht ihr gerade unter Druck, weil … Ihr versucht zu vermeiden, dass … Und unser Verhalten hat bei euch vermutlich ausgelöst, dass …“

Das ist keine Schwäche. Das ist Führungsarbeit. Kommunikation entspannt sich, wenn Menschen merken: Wir werden gesehen, bevor wir bewertet werden.

Danach erst kommt deine eigene Perspektive. So entsteht psychologische Sicherheit, weil nicht mehr um Recht gekämpft wird, sondern um ein gemeinsames Bild der Lage. Aus Reibung kann Engagement werden. Aus Schuldzuweisung Verbindlichkeit.

Storytelling ist kein angeborenes Talent. Es ist ein Handwerk. Genau diese Fähigkeiten entwickle ich mit Führungskräften und Organisationen in Workshops, Coachings und Trainings.

Probier heute in einem Teammeeting diese eine Frage aus: „Welche Geschichte erzählen wir uns gerade übereinander – und was müssten wir voneinander wissen, damit eine bessere entsteht?“